2012 Preisträgerkonzert

Das gab es noch nie! 

Anlässlich des 60-jährigen Bestehens geben „Kulturpreisträger“ aus den Reihen der Städtischen Sing-und Musikschule im Juni 2012 in der Städtischen Turnhalle ein "Solistenkonzert" der besonderen Art.

Die jungen Künstler haben eines gemeinsam: Sie alle waren Schüler der Musikschule und sie alle haben den „Kulturförderpreis der Stadt Marktredwitz“ erhalten. Inzwischen sind sie allerdings diesem Status entwachsen und stehen entweder bereits fest im Berufsleben oder befinden sich in der Ausbildung dazu.

Lieferten ein großes Konzert ab (von links):
Mirco Jahreis, Christian Freitag, Stefanie Marschner, Florian Popel, Saskia Jahreis, Thomas Bartmann, Wolfgang Geiger und Erwin Jahreis. 


Frankenpost/ Marktredwitzer Tagblatt vom 20.06.2012

 „Auftritt der Spitzenkönner“
Kulturpreisträger spielen ein unvergessliches Jubiläumskonzert. Die "Ehemaligen" der Musikschule ernten begeisterte Bravo-Rufe.

Marktredwitz - Feierliche Anlässe erfordern entsprechende Maßnahmen: Während die Queen zu ihrem 60. Thronjubiläum eine Schiffsparade abnahm, schickte die Marktredwitzer Sing- und Musikschule zum ebenfalls 60. Jahrestag ihres Bestehens gleich mehrere "Flaggschiffe" an den Start: Sechs Kulturförderpreisträger der Stadt, alle in der Musikschule "groß" geworden, führten in einem zweistündigen Konzert am Sonntagabend eindrücklich die Qualität dieser Institution vor Augen, aus der schon zahlreiche Berufsmusiker hervorgegangen sind.

Dass es ein Konzert der besonderen Art werden würde, konnten die Besucher schon beim Eintreten erahnen: Förderverein und Elternbeirat der Musikschule hatten die Städtische Turnhalle auf fantasievolle Weise bestuhlt und eingetischt und ein reichhaltiges Buffet vorbereitet. Nicht weniger als drei Bühnen harrten der Dinge, die da kommen sollten. Erwin Jahreis, dem Leiter der Musikschule, war der Stolz auf die ehemaligen Schützlinge, deren Karrieren er zum Teil von frühester Kindheit an mitverfolgt hatte, sichtlich anzumerken. 

Das Konzertprogramm ließ denn auch keine Wünsche offen. Die Künstler waren zum einen solistisch zu hören: Saskia Jahreis eröffnete mit einem Scherzo für drei Pauken und war später noch mit dem Marimba-stück "Ghanaia" zu hören. Das Marimbaphon harmonierte auch bestens mit dem Solo-Saxophon von Christian Freitag beim "Ragtime" des zeitgenössischen Komponisten Eckhard Kopetzki. Allein drei Tubisten hatte die zahlenmäßig kleine Künstlergarde aufzubieten: Einer davon, Mirco Jahreis, wurde bei seinem mitreißenden Solo "The Bass in the Ballroom" von seinem Vater Erwin und seiner Schwester Saskia am Flügel und mit Kastagnetten begleitet. Stefanie Marschner präsentierte auf dem Flügel virtuos das Allegro aus der Sonate in G-Dur von Mozart, ein Klassik-Eckpunkt im Konzert, ebenso wie Wolfgang Geigers schneller Satz aus dem D-Moll-Konzert für Tuba von Tomaso Albinoni (am Flügel begleitet von Stefanie Marschner). 

Florian Popel sorgte dafür, dass das staunende Publikum eine segensreiche Verbindung von Technik und Musik zu hören bekam: Mit einer "Loop-Station", die Akustisches aufnimmt und wiedergibt, baute er den vielmals gecoverten Hit "Stand by me" von Ben E. King aus dem Jahr 1986 mit Mund-Percussion und mehreren Stimmen nacheinander auf. Zusammen mit der Grundlinie, die Wolfgang Geigers Tuba dazu lieferte, entstand nach wenigen Minuten der Eindruck, eine ganze Band würde auf der Bühne stehen. 

In erstaunlichen und zum Teil auch amüsanten Kombinationen hatten sich Ensembles für das Preisträgerkonzert zusammengefunden. Das Holzbläserensemble, Stefanie Marschner (Klarinette), Florian Popel, Christian Freitag und Erwin Jahreis (alle Saxophon), glänzte bei einem Präludium und einer Fuge von Bach sowie beim rasanten "Czárdás", dem Stück, für das Vittorio Monti berühmt wurde - hier in einer passgenauen Bearbeitung von Erwin Jahreis. Er und seine ehemalige Schülerin Stefanie Marschner ließen den tschechischen Komponisten Franz Krommer beim Rondo aus einem Konzert für zwei Klarinetten zu Ehren kommen; begleitet wurden sie von Florian Popel am Flügel. Der "Sprechchor", bestehend aus Stefanie Marschner, Saskia Jahreis, Wolfgang Geiger und Florian Popel, gab sehr zum Vergnügen des Publikums die "Fuge aus der Geographie" von Ernst Toch zum Besten und engagierte sich gewaltig bei ineinander verschlungenen, geflüsterten und gerufenen Begriffen wie "Ratibor, Mississippi, Honolulu!" Dieselben vier jungen Musiker drängten sich auch vor dem Flügel zusammen, teilten sich die "Tritsch-Tratsch-Polka" von Johann Strauß geschwisterlich zu acht Händen und lösten damit große Begeisterung aus. 

Ob es an der kleinen Stärkung in Form eines bewährten einheimischen Bieres lag, die Elternbeiratsvorsitzende Michaela Grund den drei Tubisten Thomas Bartmann, Mirco Jahreis und Wolfgang Geiger vorab reichte? Jedenfalls interpretierten sie das bedeutungsschwangere "What shall we do with the drunken serpent (Vorläuferinstrument der Tuba)?" äußerst glaubwürdig. Mit Tuba, Helikon und Sousaphon führten die drei im "Dickie's Rag" anschaulich die auch optische Vielfalt des tiefsten Blechs vor.

Alle Künstler fanden sich schließlich in einer temperamentvollen Dixie-Combo zusammen, die mit improvisierten Soli alle Register ihres Könnens zog. Das hohe musikalische Niveau und die Sympathie, die alle miteinander verbindet, machten den einzigartigen Abend so liebenswert und unvergesslich für die Zuhörer, die alles mit nicht enden wollendem Beifall und Bravo-Rufen honorierten. Fazit: So sinnvoll, bereichernd und unersetzlich ist eine engagierte Förderung des kulturellen Lebens für eine Stadt. (Uschi Geiger)

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